Zeichen, die bleiben …

Zum Glück geht alles vorbei … und etwas Gutes bleibt … das Nichts, reine Fiktion.
Es ist gesünder, in Illusionen zu schwelgen als gegen die absurden Windmühlen der Realität zu kämpfen.

Bevor ich die Poesie entdeckte [als notwendiges Lebensmittel, unentbehlichen Luxus, wie Scotch oder einen guten Ribera del Duero]
und, um in der Welt draußen zu überleben, wichtige Tricks lernen musste, fast immer verbunden mit $$$ … war ich Mönchlehrling.

Ein Bauernjunge, echter Gebirgler … und Mönchkandidat. Haha!
C’era una volta un povero giovane… le misteriose vie della Divina Provvidenza.

Zuerst kam der gregorianische Gesang und öffnete mir die Himmelspforte – Musik! – göttliche Offenbarung,
heilige holde Kunst, von nun an ebenso Lebenselixir, unentbehrlicher Luxus, usw.

Später vae misero mihi Latein und Altgriechisch, Patristik, Philosophie, Theologie, Italienisch, usw.
Andere Sprachen, auch ein wenig Weisheit. Und etliche Zweifel. Viele.

kyrie-300-purpur

Diese änigmatische {neumatische} Figur steht hier
als bescheidenes Merkmal jener unvergesslichen Anfänge.

… mysteriöse Zeichen, die an vier Drähten zu hängen scheinen, ähnlich wie Zugvögel,
Stare etwa, oberhalb von einzelnen Wörtern gesetzt, zum Zeitpunkt jener aufregenden
Initiation noch völlig unverständlich, das pure Rätsel für die Augen des jungen Gebirglers,
kaum aus der Kindheit entlassen, meine erste Offenbarung vor den magischen Sphären
des gregorianischen Wunders.

Dort begann ein langer Weg, den ich mir nie hätte träumen können …
und auch niemals ahnen konnte, wohin er meine Schritte führen würde.